• 04. - 07. Februar 2021
  • Messezentrum Salzburg

Neun Wohntrends, die 2020 bestimmen

 

Wie wohnt der ländliche Naturholz-Fanatiker? Was zeichnet den Einrichtungsstil eines urbanen Veganers aus? 2020 setzt neue Maßstäbe an Wohntrends. Welche das sind und wie Sie die richtigen Akzente im Eigenheim setzen, erfahren Sie auf der Wohnen & Interieur. Vorab ein Vorgeschmack.

„Sag mir, wie du wohnst und ich sage dir, wer du bist." Eine platte Floskel? Wohl kaum, gibt doch der Stil der eigenen vier Wände mehr Aufschluss über die Gewohnheiten des Bewohners als so mancher psychologische Test. Das Wohnzimmer gibt einen ungenierten Blick auf unsere Werte und Ideale frei. Da hätten wir den ländlichen Familienmenschen, der mit skandinavischen „hygge“ eine heimelige Atmosphäre erzeugen will. Wir hätten den urbanen „Studi“, der die Wohngemeinschaft mit vielseitig verwendbaren Möbeln aufpeppen will oder eben den umweltbewussten Single, der dem Thema Nachhaltigkeit mit ressourcenschonenden Möbeln Rechnung trägt.

 

Trend Nummer 1: Die Ruheoase

2020 wird auch im Wohnraum gedetoxt. Diese Maßstäbe finden sich auch in der Einrichtung wieder.

©Christian Husar
Ankommen und Abschalten: Die Wohnung wird zur entspannenden Verschnaufpause vom Alltag.

Ob Yogi, Veganer, Flexitarier oder Crossfit-Enthusiast: Gesundheitsbewusstsein und Wohlbefinden gehören mittlerweile in jede Art von Lifestyle-Bibel. Übertragen ins Wohntrend-Fachjargon heißt das: Je hektischer die Welt da draußen, desto bedeutender wird die Ruheoase in den eigenen vier Wänden. Ganz klar, dass sich diese Maßstäbe auch in der Einrichtung wiederfinden. 2020 wird auch im Wohnraum „gedetoxt“. Ob mit gedämpften Farben, gedimmten Licht oder organischen Formen & Materialien – zuhause möchte man von Ruhe empfangen und mit Erholung verabschiedet werden. „Im Alltag sind wir Vielem ausgeliefert, haben hohe Erwartungen an uns und einen schnelllebigen Lifestyle“, weiß auch Florian Bächlein. Der Area Sales Manager von Stressless weiß um den Wunsch seiner Kunden daheim den „Akku für neue Abenteuer wieder aufzuladen.“ Der Unternehmensname Stressless ist dabei Programm. Der Kunde kauft keinen einfachen Relax-Sessel, er kauft ein Stressless-Konzept. 

 

Trend Nummer 2: Das Großstadt Chamäleon

Dieser Trend erfüllt viele Wünsche: Multifunktionale Möbel machen aus einem Wohnzimmer in wenigen Handgriffen ein Gästezimmer. Ein Trend, der 2020 vor allem in Großstädten gefragt ist.

©Andreas Kolarik
Flexibilität ist in Mode: Dieser Trend macht Möbel wandelbar.

Anpassungsfähig, flexibel, originell und smart: Diese Eigenschaften stellt man längst nicht mehr nur an Autos, Unternehmen oder Arbeitnehmer. 2020 werden auch Möbel nach diesen Kriterien beurteilt. „In Österreich entstehen derzeit viele spannende, zukunftsweisende Wohnkonzepte, die den Bedürfnissen der Menschen und den gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung tragen“, weiß Georg Emprechtinger, Sprecher der österreichischen Möbelindustrie und Eigentümer des Naturholzmöbelherstellers Team 7. Von Familienzuwachs über Wohngemeinschaften bis hin zu Zweitwohnsitzen – der Wunsch schnell auf Veränderung reagieren zu können, wächst. Österreicher wollen einfache modulare Systeme. Ein Tisch muss heute höhenverstellbar sein, muss kinderleicht an die Gästeanzahl angepasst werden können.

 

Trend Nummer 3: Das Berlin-Babylon Syndrom

Minimalismus ist out: Der Art-Déco Trend erlebt 2020 ein Revival und will einen Spagat zwischen Jugendstil und Funktionalismus schaffen. 

©Christian Husar
Wo der Luxus wohnt: 2020 wird bestimmt von Samt, Gold und Stil.

Minimalismus ist out. Die Möbelindustrie erlebt ein Revival des Art déco-Stils. Doch was ist das? Schon in den 1920er Jahren hat sich in Frankreich der Begriff Art déco geformt und konnte den Jugendstil in Architektur und Kunst ablösen. Einfach gesagt: Üppige Ornamente, spiegelnde Flächen, rankende Formen treffen auf luxuriöse Materialien wie Samt, Leder, Glas oder Kristall. Ein dekoratives Element kann eine geometrische Hell-Dunkel-Tapete sein oder der Einsatz von Pfaufedern sowie prunkvolle Leuchten. „Starke Farben und viele dekorative Elemente prägen das Bild dieser neuen Opulenz“, so Emprechtinger. Dabei steht die Individualität ganz oben auf der Agenda. „Die Menschen haben ein wachsendes Bedürfnis nach individuellen Wohnkonzepten, die auf ihre Persönlichkeit zugeschnitten sind“, so der Sprecher der österreichischen Möbelindustrie weiter. Babylon-Berlin Fans dürfte bei diesem Einrichtungsstil das Herz aufgehen.

 

Trend Nummer 4: Ein Himmel zum Entspannen

Am Rücken liegen und in die Sterne schauen: Dass das Abendhimmel-Blau beruhigend wirkt, ist bekannt. Dass diese Farbe nun einen Stockerlplatz bekommen hat, weniger.

©Andreas Kolarik
Die Farbe Blau kann eine tröstliche und ermutigende Wirkung auf den Menschen haben.

Um Geborgenheit, Harmonie und Sicherheit zu vermitteln setzt 2020 auf die Trendfarbe Blau. Sie spiegelt die Meere und Gewässer unserer Welt wider. Richtig eingesetzt können wir bei diesem Trend fast das Rauschen der Wellen hören. Und Mutter Natur gibt dem klassischen Blau viele Nuancen, die nun unser Wohnzimmer erobern: Von tiefem Marineblau bis strahlendem Aquamarine ist alles dabei. Dem stimmt Leatrice Eisemann, Executive Director des Pantone Color Institute zu: „Die heutige Zeit verlangt Vertrauen und Hoffnung. Unsere Color of the Year 2020 „Classic Blue“ steht für die endlose Weite des Abendhimmels und ist von Verlässlichkeit und Konstanz geprägt.“ Fazit: Das Leben ist oft grell und chaotisch, aber zuhause lässt sich dem mit der richtigen Farbe entgegenwirken.

 

Trend Nummer 5: Die ökologische Verantwortung

Der zeitlose Trend „Holz“ erlebt mit dem Motto „Shop local“ einen regionalen Boost, der vor allem die österreichische Holznation beflügelt.

©Christian Husar
Natürliche Rohstoffe und nachhaltige Wertschöpfung liegen im Trend.

Was bei Lebensmittelketten längst Alltag ist, erobert nun auch die Möbelindustrie. Was Österreichs Mutter Natur zu bieten hat, zeigein wir bei der Bauen+Wohnen mit dem Konzept des „Grünen Pfads“. Recycelte Materialien erwachen zu neuem Leben oder alte Einrichtung wird „aufgemöbelt“ und erstrahlen in neuem Glanz. Wohngesunde Möbel aus nachhaltiger Fertigung liegen voll im Trend. Denn auch hier gilt: Lokale Hersteller und Materialien fördern und den eigenen ökologischen Fußabdruck reduzieren. Grenzen gibt es da fast keine. Ein interessantes Beispiel: Die Firma Fehra setzt hierfür auf den Urbaum der Steinföhre aus dem Waldviertel. Er ist reich an Harz, lässt einen angenehmen Duft ab und fördert einen erholsamen Schlaf. Mit den hauseigenen Werkstätten planen und fertigen die Waldviertler sorgfältig, nach individuellen Wünschen und garantieren ökologisch nachhaltige Produkte aus Österreich. 

 

Trend Nummer 6: Die digitalen Assistenten

Alexa, dimm das Licht: Willkommen in 2020, wo smarte Assistenten die Türe ins Eigenheim öffnen.

©Andreas Kolarik
Kinderleichte Bedienung für vernetzte Systeme.

Die Möglichkeiten sind beinahe grenzenlos. Digitale Assistenten helfen uns schon in vielen Lebensbereichen, ob eine Sprachsteuerung beim Smartphone oder ein Bremsassistent im Auto. Jetzt erobern sie auch unser Eigenheim. Die Organisation unserer Lebensräume wird digital. Der Trend heißt „Smart Living“ und befasst sich mit der Digitalisierung im eigenen Haushalt von Sicherheit über Komfort bis zu Energiemanagement – per Knopfdruck sozusagen. Unser Sicherheitsgedanke wird von verbauten Sensoren unterstützt, die offenstehende Fenster oder aufgedrehte Herdplatten melden. Digitale Helferlein werden auch gerne in Bade- & Schlafzimmern montiert, die bei Stürzen und Unfällen automatisch den Alarm auslösen und Hilfe holen sollen. Lifestyle-Systeme steuern Licht, Musik und Beleuchtung. 


Trend Nummer 7: Die atmosphärische Wohnküche

In der Natur erfreut uns der Anblick von grenzenlose Weiten, 2020 holen wir die Weitsicht mit einer Wohnküche in unsere Wohnungen.

©Christian Husar
Die Wohnküche bietet Raum für gemeinsame Zeit.

Karten auf den Tisch: Hier wird für Mathe gelernt, mit Frühstück in den Tag gestartet und das ein oder andere Gläschen Wein zum Büroausklang getrunken. Der Küchentisch ist das Zentrum für Zeit mit unseren Lieben. Die frühere Trennung von Esszimmer und Küche gehört längst der Vergangenheit an. Mit großzügigen Wohnküchen, die im offenen Verlauf das Wohnzimmer, die Küche und den Essbereich vereinen, vermittelt das Zuhause einen gemütlichen Ankerpunkt für Familie und Freunde. Es braucht eine übersichtliche Atmosphäre, wo trendige Module helfen. Das weiß auch Edi Seliger. „Mit einem rechteckigen Esstisch kann man eine klare Linie zwischen Koch- und Essareal ziehen“, so der Category Manager. „Eine Kücheninsel oder Bar ist eine hervorragende Option, um Gäste zu empfangen, ohne dass diese gleich auf der Couch Platz nehmen müssen.“

 

Trend Nummer 8: Der Segen des Garten Eden

365 Tage Grillsaison? Möglich macht‘s Trend Nummer 8: das Wohnzimmer im Freien mit einer hippen Outdoor-Kitchen.

©Christian Husar
Das grüne Paradies mit bequemer Funktionalität ausstatten: die Outdoor-Küche.

2020 zieht es Herrn und Frau Österreich nach draußen. Klettern die Temperaturen im Sommer immer höher, dann verändert das auch unser Wohnverhalten. Haben wir vor einigen Jahren noch viel Zeit im verglasten Wintergarten verbracht, sitzen wir heute viel mehr unter freiem Himmel. Terrassen und Balkone werden so zum Zweitwohnzimmer, gestaltet mit wettertauglichen Loungemöbel samt gemütlichen Pölstern und stylischen Grillern. Trend Nummer Acht hievt also das Thema „Outdoor Küche“ auf die Bühne. „Was wir aus südlicheren Ländern Europas kennen, wird auch bei uns immer beliebter“, bemerkt auch Thomas Nentwich, Betriebsführer bei Nentwich Gartenbau. „Wir merken eine starke Tendenz zu eigenen Wohn- und Essbereichen in Gärten." 

 

Trend Nummer 9: Das private Spaerlebnis

Was Kleopatra schon genoss, wird auch in Zukunft nicht aus der Mode sein. 2020 setzt neue Bad-Maßstäbe in Punkto Verwöhnen.

©Andreas Kolarik
Der Begriff Komplettbad ist entstanden. 

Duftkerze an, Welt aus: Schon im zweiten Jahrhundert haben die Römer öffentliche Bäder und Thermen genutzt und genossen. Und auch die Türken haben im 16. Jahrhundert den Brauch des Hamams nach Europa gebracht. Thermalquellen, Ruhezonen und Solebäder haben also Tradition in der Alpenregion. Kein Wunder also, dass in der heutigen Leistungsgesellschaft Wellness wieder großgeschrieben wird. So groß, dass sich Herr und Frau Konsument schon mal eine private Wellnessoase einrichtet. Badezimmer werden 2020 geräumiger und beinhalten neben Toilette und Badewanne auch Infrarotkabine und Sauna – das Komplettbad ist entstanden. Das weiß man auch bei Geberit: „Entspannter Luxus ist längst im Badezimmer angekommen. Bodenebene, großzügige Duschbereiche, automatische Geruchsabsaugung oder auch sensorgesteuerte Orientierungslichter kommen immer häufiger im privaten Eigenheim vor“, so Christian Buchbauer, Leitung Marketing und Produktmanagement. „Wir gönnen uns endlich auch zuhause Komfort und Wellness mit hochwertigen, raffinierten Lösungen.“