• 02. - 05. Februar 2023
  • Messezentrum Salzburg

Was Du schon immer über den perfekten Christbaum wissen wolltest

Der Baum steht zu Weihnachten im Mittelpunkt des Geschehens. Doch worauf muss man beim Kauf eigentlich achten und welche Bäume eignen sich besonders als Christbaum. Bauen+Wohnen gibt in diesem Jahr dem Baum eine Stimme und lässt auch die kritische Seite dieses Brauchtums nicht unerwähnt.

Hallo, ich bins! Um mich dreht sich zu Weihnachten einfach alles. Ich halte eine ganze Familie auf Trab: Der Vater trägt mich schnaufend ins Haus, die Mutter schmückt mich heimlich mit allerlei Kugeln und Lametta und dann kommt das Beste: Kurz vorm Einschlafen schreckt mich ein Klingeln hoch und auf einmal brennen alle Kerzen, die auf meinen Ästen befestigt sind. Kinder rennen in den Raum und zu meinen Füßen stapeln sich Geschenke. Alle blicken mich mit großen Augen an und singen wunderschöne Lieder. Dann folgt ein „Oh, das habe ich mir schon immer gewünscht.“ Manchmal höre ich auch ein verzweifeltes “Aber das wollte doch ich haben!” eines Kindes. 

Doch nun mal alles auf Anfang. Denn ich will nicht prahlen, aber nicht jeder Tannenbaum hat das Zeug zur Weihnachtstanne. Dazu muss man schon einiges an Qualifikationen mitbringen. Unter unseresgleichen sind leider auch ein paar „Hochstachler“ zu finden. Aber keine Sorge, ich bin ja hier, um aus dem Nadelkästchen zu plaudern.

Tannenarten, die sich als Christbaum eignen

Bei aller Tannenliebe muss man an dieser Stelle schon entschieden sagen, dass sich nur drei Arten als echte Weihnachtsstars bewährt haben.

Fichtenbäume

Preislich sind diese Bäume durchaus im passablen Bereich angesiedelt. Sie versprühen auch einen sehr intensiven Nadelduft. Optisch sind sie hübsch anzusehen. Jedoch Achtung: Ihre Nadeln sind spitz wie Schwiegermutters Bemerkungen über den Truthahn! Da hat sich der ein oder andere schon mal daran gestochen.

Nobilistanne

Diese Gattung hat bei weitem die längste Haltbarkeit und ihre Nadeln sind streichelweich. An diesem Baum kann sich selbst der größte Weihnachtsfan austoben, denn die Äste tragen bereitwillig allerlei an Kitsch, Kugeln und Kerzen. Zudem riechen die Nadeln nach Orange. Allerdings zeigt sich diese Tanne nicht besonders instagramable, denn der Wuchs ist sehr unregelmäßig.

Nordmanntanne

Und dann gibt es mich. Qualität hat ihren Preis und deshalb bin ich auch im oberen Segment angesiedelt. Allerdings hast du auch wirklich lange etwas von mir. Denn meine Nadeln sind langlebig und “bestechen” durch ihre wunderschöne dunkelgrüne Farbe. 

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Wo kaufe ich den perfekten Weihnachtsbaum?

Gefühlt an jeder Ecke siehst du mit Beginn des Advents meine Kollegen an Supermarktwänden, an Märkten und vor Kirchen lehnen. Doch nicht jeder Christbaumhändler kümmert sich gut um uns. Deshalb Augen auf beim Christbaumkauf!

Die nachhaltigste und vor allem die Methode mit der größten Garantie auf einen wirklich frischen Baum, hast du beim Bauern oder Förster. Bei einem Förster darfst du manchmal sogar selbst Hand anlegen und einen meiner Kollegen fällen.

Von Bäumen bei Diskontern oder großen Märkten, rate ich eher ab. Denn hier stimmt oft das Preis-Leistungsverhältnis nicht und dein Baum nadelt meist schneller, als das Christkind die Glocke läuten kann.

Der ultimative Frischetest

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Die Qual der Wahl bei der Suche nach dem perfekten Baum.

Du hast nach langem Suchen den Baum deiner Träume gefunden? Herzlichen Glückwunsch!

Bevor du ihn auf dein Autodach spannst – dazu findest du weiter unten noch Tipps – empfehle ich dir, noch einen Frischetest durchzuführen.

  1. Je heller die Schnittfläche des Baumes, desto frischer ist er auch.
  2. Nadeln der Bäume, die erst kürzlich geschlagen wurden, besitzen noch diesen typischen Tannengeruch.
  3. Tannengriff: Wenn du deinen Baum an der Schnittstelle oder an kleineren Zweigen angreifst, sollte sich deine Hand noch klebrig anfühlen. Grund dafür ist die Harzbildung von noch lebendigen Bäumen.
  4. Die Zapfen frischer Bäume sind noch fest verschlossen.

Bei aller Frische ist die Haltbarkeitsdauer von geschlagenen Christbäumen sehr limitiert und spätestens am Dreikönigstag müssen diese dann entsorgt werden. Dass dieser Brauch nicht besonders klimafreundlich und vor allem alles andere als nachhaltig ist, liegt somit auf der Nadel.

Es gibt jedoch weitere Optionen:

Plastic Christmas

Viele Menschen entscheiden sich für einen Baum aus Plastik. Allerdings wird dieser oft aus China importiert. Berechnungen zufolge rentiert sich ein solcher Baum erst nach 12 Jahren Nutzungsdauer.

Weihnachten im Topf

Eine weitere Variante, die aus meiner Christbaumsicht sehr lobenswert ist, ist ein Christbaum im Topf. Dieser kann selbst in kleinen Wohnungen auf dem Balkon gehalten werden. Für Personen, deren Daumen weniger grün ausgeprägt ist, bietet sich auch die Möglichkeit, sich auf diversen Plattformen im Internet einen Christbaum im Topf zu mieten.

Weihnachten im eigenen Garten

Sollte man einen Garten und relativ viel Platz haben, empfiehlt es sich, einen Baum im eigenen Garten zu pflanzen. Diese Variante ist relativ kostengünstig, da man nur einmalige Anschaffungskosten hat, aufgrund der Langlebigkeit von eingepflanzten Bäumen aber jahrelange Weihnachtsfreude.

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Christbaum im Topf

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Weihnachtsbaum im Garten

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Auch ein Christbaum will sicher reisen.

Meist gibt es zwei Möglichkeiten, den Christbaum nach Hause zu transportieren: Man nimmt ihn selbst im Auto mit oder man lässt ihn sich liefern. Aber Achtung: Meine Kollegen und ich reisen gerne komfortabel und möchten, genauso wie du auch, angeschnallt werden.

Der ÖAMTC gibt folgende Tipps zum sicheren Transport des Weihnachtsbaums: 

  • Am Autodach: Beim Transport am Dach sollte der Baum im Netz bleiben und mit der Baumspitze nach hinten zeigend von breiten, widerstandsfähigen Textilspanngurten mit Metallverschluss vorne und hinten am Gepäckträger montiert werden – nicht geeignet sind Gummispanner. "Ragt die Ladung mehr als einen Meter über die Fahrzeuglänge hinaus, muss sie mit einer entsprechenden Tafel gekennzeichnet werden". Bei Dunkelheit oder Dämmerung sind zusätzliche Beleuchtung und Reflektoren notwendig, damit die Ladung gut erkennbar ist. "Die Breite des Fahrzeugs darf vom Baum um 20 cm je Seite überragt werden, die Rückspiegel nicht eingerechnet“.
  • Im Auto: Beim Transport im Fahrzeuginneren sollte der Baum gut verzurrt und möglichst quer zur Fahrtrichtung gelagert werden. "Wichtig ist, dass Lenkende trotzdem gut sehen können – die freie Sicht nach vorne und zur Seite bzw. in den Rückspiegel muss möglich sein", warnt die Juristin. "Ist das Heckfenster verdeckt, muss zumindest die Sicht durch die beiden Seitenspiegel gut möglich sein." Handbremse, Schalthebel und Bedienelemente müssen problemlos bedienbar sein. Bleibt während des Transports die Heckklappe geöffnet, ist darauf zu achten, dass Kennzeichen, Rückleuchten und Blinker nicht verdeckt werden. Auf jeden Fall sollte die Heckklappe nach unten gespannt werden, am besten auch mit Textilspanngurten. Das Kennzeichen muss lesbar bleiben.

It's beginning to look a lot like Christmas

Für welchen von uns du dich auch immer entscheidest: Wenn wir zu Weihnachten geschmückt werden, dann strahlen nicht nur Kinderaugen. Diese Momente sind wahrlich magisch und wenn am 24.12. am Abend das Glöckchen klingelt und die Familie andächtig ein Weihnachtslied anstimmt, bin ich dann eigentlich der Einzige, der da gerade Engelsflügel zum Fenster hinausfliegen gesehen hat? 

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