StR Ludwig: Abschluss der Sanierung "Gemeinschaftliches Wohnen
verschiedener Generationen" in Ottakring
Erstmals wird in Wien eine Wohngruppe in einem sockelsanierten
Gebäude umgesetzt
Wien (NRK - 29.06.2012 12:53 Uhr) Zunächst entstand die Projektidee
gemeinschaftlichen Wohnens von zwei engagierten MieterInnen auf der
Suche nach einer für sie zufriedenstellenden Wohnsituation, gerade im
Hinblick auf das Älterwerden. Von der "puba - Privatstiftung zur
Unterstützung und Bildung von ArbeitnehmerInnen" wurde das Angebot
gemacht, die Wohngruppe im Sanierungshaus in der Ottakringer
Grundsteingasse 32 umzusetzen. Wohnbaustadtrat Michael Ludwig,
Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Eva Weißmann sowie Michael Gehbauer
und Fritz Prechtl, Geschäftsführer der Privatstiftung "puba",
übergaben heute, Freitag, den BewohnerInnen nach rund
eineinhalbjähriger umfassender Sanierung ihre Wohnungen. ****
"Neue Wohnformen, bei denen sich die Bewohnerinnen und Bewohner
bereits im Vorfeld zusammenfinden um ein aktives gemeinschaftliches
Zusammenleben zu gestalten, sind stark im Trend. Wohngruppen sprechen
Menschen jedes Lebensalters an. Die Stadt unterstützt innovative
Wohnformen und trägt dieser Entwicklung bereits durch zahlreiche
geförderte Neubauprojekte Rechnung. Dass gemeinschaftliches Wohnen
jetzt auch in einem geförderten Sanierungsprojekt verwirklicht wird,
ist besonders erfreulich - noch dazu in einem so attraktiven Grätzl
wie hier im Brunnenviertel", erklärte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig.
"Die Sanierung und damit die Aufwertung bestehender Wohnhäuser war
und ist mir ein besonderes Anliegen. Aus diesem Grund freut es mich
besonders, dass es gelungen ist, die Projektidee ,Gemeinschaftliches
Wohnen' in der Grundsteingasse 32 umzusetzen. In Ottakring wird das
lebendige Miteinander groß geschrieben. Umso mehr entspricht dieses
Bauvorhaben, das die aktive Nachbarschaft mehrerer Generationen
fördert, sowohl der hohen Wohn- und Lebensqualität im Wohnviertel
rund um den sanierten Brunnenmarkt als auch in ganz Ottakring,"
betonte BV-Stvin Eva Weißmann.
Zwtl.: Von der Idee zur Umsetzung des Wohnprojekts in der
Grundsteingasse 32
Die Idee für das Wohnprojekt Grundsteingasse entstand 2007 von
zwei der zukünftigen BewohnerInnen. Beide waren zum damaligen
Zeitpunkt Ende fünfzig und allein lebend. Sie stellten sich eine Form
gemeinschaftlichen Wohnens verschiedener Generationen in einem Haus
vor. Wichtig waren der gemeinsame Wunsch zur aktiven Nachbarschaft
mit mehreren Generationen, Mitgestaltungsmöglichkeiten bei der
Planung und das Leben in einem lebendigen Stadtviertel. Zentrales
Motiv war, einer möglichen Vereinsamung im höheren Lebensalter
entgegenzuwirken.
Weitere Überlegungen, wie diese Vision zur Realität werden könnte,
wurden gemeinsam mit dem Büro "raum & kommunikation" angestellt. Die
Idee fand weitere AnhängerInnen und man entschied sich, die
Zusammenarbeit mit einem professionellen Bauträger zu suchen. Im
Frühjahr 2008 wurde von der Privatstiftung "puba" das Angebot
gemacht, die Wohnprojektidee in der Grundsteingasse 32 umzusetzen.
"Wohnprojektideen werden häufig im Neubau umgesetzt. Wir freuen uns,
dass es uns gelungen ist, das erstmals in Wien im Rahmen einer
Sockelsanierung umzusetzen", so die Geschäftsführer der
puba-Privatstiftung, Michael Gehbauer und Fritz Prechtl.
Die Wohngruppe fand ausschließlich über Mundpropaganda zusammen.
Ihre Mitglieder sind zwischen Anfang zwanzig und Anfang sechzig. Die
Gruppe der über 55-Jährigen beträgt rund zwei Drittel, der
Frauenanteil überwiegt deutlich. Um ihre gemeinsamen Belange zu
regeln und gegenüber der Haueigentümerin zu vertreten, wurde der
Verein "Wohnprojekt Grundsteingasse 32" gegründet. Die Mietverträge
für die Wohnungen wurden jeweils direkt zwischen den zukünftigen
BewohnerInnen und der Vermieterin abgeschlossen.
Zwtl: Umfassende Sockelsanierung mit Dachgeschossausbau
Das Gebäude mit ursprünglich 18 Wohnungen, dessen Baugeschichte
bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, besteht aus einem nunmehr 5-
statt bisher 3-geschoßigen Straßentrakt mit gründerzeitlicher Fassade
sowie zwei 2-geschoßigen Hoftrakten, die einen lang gestreckten
idyllischen Innenhof bilden. Als Besonderheit des Objektes gelten
zwei gusseiserne Brücken, die die im Obergeschoss befindlichen
Wohnungen der beiden Hoftrakte miteinander verbinden.
Für das Sanierungskonzept und Planung des Hauses Grundsteingasse
32 zeichnete Architekt Wolf Klerings verantwortlich. Sowohl die neuen
BewohnerInnen als auch die BestandsmieterInnen konnten sich an der
Planung ihrer Wohnungen beteiligen. Ebenso wurde der Innenhof von der
Wohngruppe mitgestaltet. Sechs der im Obergeschoss befindlichen
Wohnungen wurden durch Einbeziehung des darüber befindlichen
Dachraumes zu Maisonetten ausgebaut. Als den Wohnungen zugeordnete
Freiflächen wurden im Dachgeschoss Terrassen geschaffen.
Straßenseitig wurden zwei neue Dachgeschoßwohnungen errichtet, eine
Wohnung zu einem Gemeinschaftsraum umgestaltet. Nach der Sanierung
gibt es somit 19 Kat. A-Wohnungen, wobei eine Wohnung als
Gästewohnung zur Verfügung stehen wird. Bei Bedarf steht diese
Wohnung auch für Pflegepersonal bereit. Die beiden Geschäftslokale
blieben bestehen.
Das Sanierungs-Maßnahmenpaket umfasste unter anderem:
- die Instandsetzung der straßenseitigen Fassade und die Wärmedämmung
der hofseitigen glatten Fassaden
- Einbau von Wärmeschutzfenstern
- Wärmedämmung und Neudeckung des Daches
- den Einbau eines Personenaufzuges
- die Erneuerung bzw. Herstellung zusätzlicher Steig- und
Verteilungsleitungen für Wasser und Strom
- Anschluss des Hauses an das Fernwärmenetz
- die Instandsetzung von Stiegenhäusern, Gängen, des Kellers sowie
der Kellerabteile
- die Errichtung eines Müll- und eines Fahrradabstellraums sowie
einer Waschküche
...Durch den Dachbodenausbau wurde die Gesamtnutzfläche von rund
1.000 m2 auf etwa 1.460 m2 erweitert. Die durchschnittliche
Wohnungsgröße beträgt dadurch etwa 73 m2, davor lag sie bei rd. 50
m2. Der Heizwärmebedarf wurde durch die Sanierung von 215,8 kWh/m2a
auf 58,6 kWh/m2a auf rund ein Viertel reduziert Die
Gesamtsanierungskosten betrugen 2,36 Mio. Euro, die Fördermittel der
Stadt Wien machten rund 1,1 Mio. Euro aus. (Schluss) kau
Rückfragehinweis:
Christian Kaufmann
Mediensprecher Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig
Tel.: 01/4000-81277
mailto:christian.kaufmann@wien.gv.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/174/aom
*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***
OTS0169 2012-06-29/12:53
|